Eine Selbstdarstellung:
Geboren 1975, Gesang von Anfang an (damals noch mit einem Schwerpunkt auf Experimentelle Musik). Seit 1977 singe ich auch artikuliert.
Der erste Zeitungsartikel über mich als Musikerin erschien, als ich sechs war. 'Maja zupft wie Marylin' lautete die Überschrift, und das dazugehörige Photo zeigt ein bezauberndes hellblondes Mädchen, das liebevoll eine Ukulele in den Armen wiegt, als hielte es eine Puppe… Das ganze entstand aber nur aus einer Notlage: Der Reporter war schon da, um über die in unserem Haus stattfindene Muttermilchuntersuchung zu berichten (ja, es waren die Achtziger, Dioxin war in aller Munde, und meine Eltern hatten gerade ihr drittes Kind bekommen). Nur der Milchtester erschien nicht. Und weil der Reporter nicht mit leeren Händen gehen konnte, wurde mir eine der Ukulelen meines Vaters (Musiker, Lehrer und Instrumentesammler) in die Hände gedrückt, egal, ob ich etwas damit anfangen konnte oder nicht.
Damit war das Übel in die Welt gesetzt. Ich begriff, was Musik bedeutete: Ruhm. Im Mittelpunkt stehen. Bewundert werden. Noch heute besitze ich eine Kopie dieses Artikels.
Ich sang und sang und sang - Neue Deutsche Welle, Kinderlieder, Musicals, Jugband-Music, Skiffle - nur mit Instrumenten tat ich mich schwer. Als ich dann mit dreizehn Gitarrenunterricht bekam, mußte ich die abgenudelte Wandergitarre meiner Mutter benutzen - jeder war sicher, daß ich ohnehin nach einem halben Jahr abspringen würde, und da lohnte die Anschaffung eines teuren Instruments nicht.
Aber ich blieb dran, und 1989 bekam ich dann meine eigene Gitarre, meine goldgelbe Yamaha, die ich bis heute spiele. Inzwischen kann ich es sogar einigermaßen (und habe vor allem gelernt, über Fehler hinwegzufudeln). Der Unterricht dauerte an bis 1993, danach wurde ich zum Autodidakten - der Unterricht war klassisch, das Liedbegleiten dagegen habe ich mir weitgehend selbst beigebracht.
Und dann kam der Folk. Erst in Form der Dubliners, dann The Pentangle, Fairport Convention, Steeleye Span. Ich wurde ein Folker, und ein Folker braucht eine Folkgruppe. Meine hieß Folkgruppe der Musikschule der Stadt Dülmen und hielt sich, unter der Leitung meines früheren Gitarrenlehrers, mehr als ein Jahr, trat dreimal auf, und zerbrach letztlich daran, daß in einer sechsköppfigen Gruppe nicht jeder Gitarre spielen sollte und sich die Bandmitglieder nicht einigen konnten, was für Folk sie denn nun machen wollten, englischen oder amerikanischen.
Ich wurde Solokünstlerin, sang im stillen Kämmerlein vor mich hin und träumte von meiner eigenen, richtigen Band, ohne wirklich etwas dafür zu unternehmen. Für meine Fantasyromane begann ich, Folksongs ins Deutsche zu übersetzen, dann schrieb ich die ersten eigenen Lieder, Pseudo-Folksongs mit Fantasybezug. Das Wort Filk kannte ich nicht.
Aber Esteban kannte es, und er erkannte mein Genie und nahm mich mit zur FilkContinental 1999 nach Gütersloh. Dort ergriff ich dann auch erstmals den Namen Thesilée, angelehnt an die Amazonenkönigin Penthesilea. Unser Spot war ein einziges Fiasko, aber ich war und blieb von meinem Talent überzeugt, verfaßte mehrere ganz eigene Lieder und ein paar Filksongs und versuchte im Jahr darauf einen weiteren Spot mit Esteban. Auch dieser lief nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dennoch blieb ich bei dem Glauben, daß ich auf eine Bühne gehüre
Und nun hatte ich zwei Pluspunkte: Erstens Silva. Von mir auf die FilkContinental geschleppt, eroberte sie aller Herzen im Sturm und machte mich sehr stolz (als Besitzer/Entdeckerin), als sie mit 'Lament of a Mother' vom Haupt- ins Wunschkonzert flog. Ich begriff, daß ich mich nur an ihre Schwingen hängen mußte, um mich zum erfolg tragen zu lassen (und ich hatte das Gefühl, daß ihre Stimme mit meiner deutlich besser harmonierte als Estebans).
Zweitens 'Die Quelle'. Mein erster Erfolg als Liedermacherin. Die Leute sangen den Refrain mit, tun es noch heute, und die Krönung: Das Lied ist mitlerweile sogar verfilkt worden, unter anderem von Franklin, Alexa und den Kinders.
Im Winter 2000 wurde dann Lord Landless gegründet. Die Schaffensperiode brach an. Lied folgte Lied, aus Silvas wie meiner Feder. Traurige Lieder, böse Lieder, fröhliche Lieder. Ich bin nicht einmal sicher, ob die Bösen wirklich den Löwenanteil stellen, aber sie sind auf jeden Fall die, die am besten im Gedächtnis geblieben sind. Das 'Pestlied'. 'Geistergarten'. Hiding Hiding'. Lieder, die mich eines Tages in den Filk-olymp tragen sollen.
Unser erstes Album, 'Garden of the Lost', erschien 2006. Was für ein Gefühl, es in Händen zu halten: In Vinyl gepresstes Genie…
2003 brachte dann die Wende. Ich ergab mich meiner Arbeitslosigkeit (im mundänen Leben bin ich Buchhändlerin und Bibliothekarin) und zog von Köln am Rhein nach Billerbeck ins Münsterland, um dort etwas zu finden. Dann verschlug es Silva auch noch nach Lüneburg. Entfernungsbedingt bedeutete dies eine Pause für Lord Landless - 300 Kilometer sind kein Pappenstiel, wenn es um eine simple Probe geht. Aber Lord Landless ist nicht tot. Der Name stammt aus einem alten englischen Rätsel und bedeutet »Die Sonne, die den Winter vertreibt«. Zur Zeit ist also Winter. Aber für das nächste Jahr oder so ist das große Lord Landless-Revival geplant. Mit Promotour für die CD und allem, was dazugehört.
Dafür feile ich zur Zeit an meiner Solokarriere. Für meinen ersten eigenen Spot auf der FilkContinental 2003 konnte ich Crystal und Heather Alexander als Begleitung gewinnen, und wenn ich den Mut dafür aufbringen konnte, dann werde ich auch weiterhin mutig sein, lernen, meinem Publikum ins Gesicht zu blicken und zu sagen:
»Hallo. My name is Thesilée. You've come to my spot. Prepare to die.«
Und so kann ich nun voll Stolz verkünden, daß es zu dieser Solokarriere auch das passende Soloalbum geben wird, mit so vielen Freunden als Gastmusikern, daß es diesen Titel gar nicht mehr verdient. Die ersten Aufnahmen sind im Kasten, und ich hoffe, die Welt ist bereit für meine düstere, romantische Seite, denn niemand kann immer nur mittelböse sein, auch ich nicht.
Dies ist Lilac Twilight. Willkommen im fliederfarbenen Zwielicht.
Warning: include(inc/bio-en.inc.php) [function.include]: failed to open stream: No such file or directory in /is/htdocs/wp1014085_P9QIRRMJYJ/thesilee/thesilee.php on line 59
Warning: include(inc/bio-en.inc.php) [function.include]: failed to open stream: No such file or directory in /is/htdocs/wp1014085_P9QIRRMJYJ/thesilee/thesilee.php on line 59
Warning: include() [function.include]: Failed opening 'inc/bio-en.inc.php' for inclusion (include_path='.:/usr/share/pear/php5') in /is/htdocs/wp1014085_P9QIRRMJYJ/thesilee/thesilee.php on line 59