bookmark_borderDFDF 2012 in Bad Salzdetfurh

Freitag

Nachdem ich in den ersten Jahren aus Geldgründen nicht an dieser Convention teilnehmen konnte und den erschwinglichen und quasi vor meiner Haustür gelegenen Filky Days nachgetrauert habe, waren Peredar und ich in diesem Jahr zum zweitem Mal beim DFDF, und wieder war es wunderschön, wenn nicht sogar noch schöner. Letztes Jahr standen wir sehr unter Druck, kurz vor unserer Interfilk-Reise zur Contata in New Jersey, und hatten auf dem DFDF unseren ersten Auftritt als Pavlov’s Duck – das war viel Stress, und vorausschauende Flugangst hatte ich noch dazu. Aber 2012 hatten wir keine Flugreise in Aussicht, kein eigenes Set, und noch dazu für mich keinen Stress auf der Arbeit: Wie auch, wenn ich seit letztem Oktober auf mich allein gestellt bin, was das angeht. Nur der arme Peredar muss Geld verdienen gehen, und das hieß in seinem Fall eine einwöchige Schulung in Hamburg, direkt in der Woche der Convention. Von Hamburg über Aachen nach Bad Salzdetfurth zu fahren ist unsinnig – also reiste Peredar aus dem Norden per Auto an, während ich den Zug nehmen wollte, damit wir uns in Hannover treffen und das letzte Stück Fahrt gemeinsam machen konnten.

Soweit die Planung. Statt dessen spielte meine legendäre Schlaflosigkeit eine nicht zu verachtende Rolle, und das in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag.… Weiterlesen

bookmark_borderConfluence 2008 in Pittsburgh

Donnerstag

Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, in absehbarer Zeit eine Reise nach Amerika zu unternehmen, und selbst wenn, dann sicher nicht nach Pittsburgh; Pittsburgh, negativ belegt durch ein Zitat aus einem Marx-Brothers-Film: »It’s like living in Pittsburgh – if you can call that living.« Eine Bergbaustadt, schäbig und grau wie das Ruhrgebiet, in dem ich selbst geboren und aufgewachsen bin. Aber das Leben ist unberechenbar, und als Lord Landless von allen Conventions auf dieser Welt ausgerechnet nach Pittsburgh auf die Confluence eingeladen wurden, kann niemand behaupten, dass wir nicht vor Freude an der Decke tanzten.

Die Confluence ist keine reine Filkconvention – es ist eine Science Fiction und Fantasy-Convention, für Fans, Filker und Autoren. Silva schreibt, ich schreibe, und uns war klar, dass von allen Cons auf dieser Welt dies die richtige für uns war. Für die Zusage brauchten wir nicht viel Bedenkzeit.

Ende Juli reisten wir auf getrennten Pfaden an: Silva und Kjenjo flogen ab Hamburg, nahmen ab New York die Route über Land und wollten noch ein paar Wochen Urlaub hinten dran hängen. Ich flog ab Düsseldorf direkt nach Pittsburgh und konnte nach der Con noch ein paar Tage bei Tom und Sue Jeffers verbringen – Tom von Dandelion Wine, der mich auf der Filkcontinental 2007 nach Toronto eingeladen hatte und sicher nicht damit gerechnet, dass ich so schnell darauf zugreifen würde.… Weiterlesen

bookmark_borderFilkContinental 2006 auf der Freusburg

Freitag

Als ich um halb eins ins Auto stieg, war ich schweißgebadet. Zum einen lag das an ungewohnt harter körperlicher Arbeit – ich hatte kurz zuvor nicht nur mein eigenes Gepäck, Gitarre, Mandola, Mumienschlafsack etc. eingeladen, sondern auch Peredars elektrisches Klavier, 40 Kilo Lebendgewicht. Zum anderen lag es daran, daß ich den ganzen Tag lang rotiert hatte beim Versuch, noch die Handouts für unseren Auftritt am Samstag auszudrucken – der Drucker streikte, ich versuchte es mit anderem Papier, und dann streikte auch noch der Computer. Am Ende ging ich dann zum Copyshop, frustriert und verzweifelt, und hatte nur einen Bruchteil von dem geschafft, was ich mir für den Vormittag vorgenommen hatte. Hinzu kamen noch Hautprobleme, über die ich den Mantel des Schweigens breiten möchte und nur soviel verraten, daß ich mangels sinnvoller Alternativen in jedem Socken eine Damenbinde trug…

Aber nichts weiter davon. Ich fuhr nach Dülmen zum Bahnhof, um Esteban einzuladen – er hat mich früher, als er noch ein Auto hatte, so oft mitgenommen, daß ich ihm was schulde. Und er braucht zwar zwei Stunden bis Dülmen, aber da er eine VRR-Monatskarte hat, kosten ihn die zumindest nicht viel. Zwar graute mir vor der Fahrt – ich war noch nie so eine lange Strecke allein gefahren, und mein Auto ist zwar innen erstaunlich geräumig – zusätzlich zu den beschriebenen Instrumenten, meinem und Estebans Gepäck führte ich noch meinen eigenen Küchenstuhl mit mir – aber nichtsdestotrotz sehr schmal, was man von Esteban leider nicht sagen kann.… Weiterlesen

bookmark_borderFilkContinental 2003 auf der Freusburg

Freitag

Gemischter Gefühle saß ich in der Bahn, auf dem Weg zu meiner fünften FilkContinental. Alles war so anders in diesem Jahr – erstmals fuhr ich allein, erstmals mußte ich viermal umsteigen. In diesem Sommer war ich von Köln ins Münsterland gezogen, mit weitreichenden Folgen für meine Musik. Plötzlich wohnte Silva zweihundert Kilometer entfernt – zu weit für eine regelmäßige Probe. Dieses Jahr sollte daher meinen ersten Soloauftritt mit sich bringen – etwas, das ich mir schon immer gewünscht und zugleich gefürchtet hatte.

Dieses Jahr … beinahe hätte es in diesem Jahr keine FilkContinental für mich gegeben. Warum? Weil ich mich beinahe nicht angemeldet hätte. Im letzten Jahr hatte ich unfröhlich herumgesessen und mehr an meine quälende Arbeitslosigkeit gedacht als daran, daß ich dort war, um mich zu vergnügen. Und ich wußte nicht, ob ich mir eine weitere Con auf der Burg würde leisten können … Ich meldete mich auf der Con nicht 2003 an, und ich ließ mehr als ein halbes Jahr verstreichen, bis ich es dann doch tat. Arbeitslos bin ich noch immer, aber ich habe mich einigermaßen damit abgefunden, und wie sich herausstellte, war ich nicht die einzige. Offenbar war jeder zweite Filker, mit dem ich sprach, ein Kollege von mir.… Weiterlesen