bookmark_borderJagdlied

Mein ist der Schemen, der hinter dir schleicht
Mein die Gestalt, die dem Auge ausweicht
Mein ist die Stimme, hörst du mir auch zu?
Ich bin der Jäger. Die Beute bist du.

Dein war der Hund, der zuletzt hat gebellt
Dein war der Falke, der zur Erde nun fällt
Dein war das Pferd, das nun schwarz ist von Blut –
Sag, du magst Jagen? Das find ich gut.

Mein ist der Schemen, der hinter dir schleicht
Mein die Gestalt, die dem Auge ausweicht.
Ich lasse dich rennen, bis Blut ist im Schuh
Ich bin der Jäger. Die Beute bist du.

Ich bin der Schatten vom Bär und vom Hirsch.
Ich bin der Wolf und der Fuchs auf der Pirsch.
Ich bin jedes große und kleine Getier.
Ich bin dein Jäger und gleich hinter dir.

Mein ist der Schemen, der hinter dir schleicht
Mein die Gestalt, die dem Auge ausweicht.
Mein ist die Wildnis, das letzte Tabu.
Ich bin der Jäger. Die Beute bist du.

Dein Haus hast du aus meinen Knochen erbaut,
aus meinem Blut, meinem Horn, meiner Haut.
Die Jagd war dein Spielding, dein Opfer war ich,
So warst du mein Lehrer, denn jetzt jag ich dich.

Mein ist der Schemen, der hinter dir schleicht
Mein die Gestalt, die dem Auge ausweicht.… Weiterlesen

bookmark_borderKurtzweilliges Brechtgedecht

Sag, was macht den Menschen, daß ein Mensch er ist?
Ist es die Sprache, der aufrechte Gang?
Es ist die Gabe, nach Reichtum zu trachten, soviel es geht,
das ganze lange Leben lang.
Sowas kann kein Tier, sowas macht kein Tier,
sowas machen, tun und können nur wir.

Sag, was ist ein Mensch, und was ist er nicht?
Und was ist die hochgelobte Menschlichkeit?
Die Menschlichkeit ist ganz und gar untypisch für den Mensch,
dafür hat er heute keine Zeit.
Menschlich ist ein Stier, ist so manches Tier,
doch des Menschen Menschlichkeit vermissen wir.

Sag, warum war es der Mensch, der der Mensch geworden ist?
Warum war es nicht der Dackel, nicht das Pferd?
Das ist die Frage, auf die es wohl niemals Antwort gibt,
vielleicht lief da in der Schöpfung was verkehrt.
Der Mensch ist kein Tier, der Mensch ist kein Tier,
denn sonst stünde dieses Lied bestimmt nicht hier.

Ein Gedicht, fast wie von Brecht:
Schon regelrecht ein Brechtgedecht.

Das Lied mit Akkorden als PDF
Das Lied im Chordpro-Format

Text und Melodie © 1992 by ThesiléeWeiterlesen

bookmark_borderHunting Song

Mine is the shade that is walking behind.
Mine are the footprints you never will find.
Mine is the voice that is calling your name.
I am the hunter. You are the game.

Yours were the hounds that will bark nevermore.
Yours was the horse that’s now dripping with gore.
Yours was the goshawk that ne’ermore will fly.
Do you like hunting? Well, so do I.

Mine is the shade that is walking behind.
Mine are the footprints you never will find.
I’ll keep you running until you’ve grown lame.
I am the hunter. You are the game.

I am the shape of the bear and the stag.
I am the fox and the wolf at your back.
I am the wild boar and I am the roe.
I am your hunter wherever you go.

Mine is the shade that is walking behind.
Mine are the footprints you never will find.
Mine is the wilderness you’ll never tame.
I am the hunter. You are the game.

Of my blood and my bones, your castle is built.
I’m every creature that ever you’ve killed.
Of hunting, you’ve taught me a lesson or two,
And well I did learn it, for now I hunt you.
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bookmark_borderHappy Pork Song

Du kaufst beim Bio-Metzger ein
Du sagst, ein Schwein soll glücklich sein –
und dann verzehrst du es als Leckerbissen?
Denn was das Schwein verloren hat –
sein Leben – macht dich das nun satt?
Sag, wo bleibt bei dem Ganzen dein Gewissen?

Ich will Schnitzel essen und sie nicht beweinen:
Ich ess Fleisch nur von unglücklichen Schweinen.

Ein Schwein fühlt Glück nur, wenn es lebt.
Hat Schweinchen Babe danach gestrebt
als Glücklich-Schweinenackensteak zu enden?
So froh hat es im Schlamm gewühlt –
was glaubst du, wie es sich nun fühlt
wenn wir es in der Bratensoße wenden?

Ich will Schnitzel essen und sie nicht beweinen:
Ich ess Fleisch nur von unglücklichen Schweinen.

Ich singe jetzt ein Lobeslied
dem Schwein, das nie die Sonne sieht,
sein Leben ist nur Fressen, Schlafen, Dösen:
Vom Glück sieht es gewiß nicht viel,
ein Bolzen ist sein Lebensziel
um es von seinem Elend zu erlösen.

Ich will Schnitzel essen und sie nicht beweinen:
Ich ess Fleisch nur von unglücklichen Schweinen.
Doch auch ihr, die ihr kein Fleisch esst, müßt nicht weinen:
Ich ess Schweinefleisch – doch von euch ess ich keinen!

Keine Parodie auf ein bestimmtes Lied, sondern auf ein ganzes Genre:
Meine Antwort auf alle Betroffenheits- und Protestsongs

Das Lied mit Akkorden als PDF
Das Lied im Chordpro-Format

Text und Melodie © 2002 by ThesiléeWeiterlesen