bookmark_borderEin Rätsellied

Fernab von den Häusern, da stand er allein
und sein Hut war verkrustet mit Schnee.
Sie war auf dem Heimweg, beflügelt vom Wein,
und ihr Herz war das Herz einer Fee.
Sie sah seinen Schmerz, und er dauerte ihr
Und sie sprach: »Du Schöner, was wünschest du dir?
Und er sagte: »Geliebt will ich sein.«

Da küßt ihn die Fee, und sie sagte: »So sei’s«,
und sie macht sich zufrieden nach Haus.
Doch ein Herz schlug fortan unterm Schnee, kalt und weiß,
und es sickerte Liebe heraus.
Da kamen die Vögel von nah und von fern,
und riefen: »Du Schöner, wir haben dich gern,
und wir lieben dich innig und heiß.«

Was ist ein Auge, das nie den Himmel schaut?
Was ist ein Feld, wo nur Asche angebaut?
Was ist ein Feuer, das ohne Flamme brennt?
Was ist ein Herz, das die Liebe nicht kennt?

Die Saat sprang auf, so kam der Frühling ins Land,
da wundert der Bauer sich sehr:
Den Vogelscheuch, der doch seit Jahren dort stand,
plötzlich fürchten die Vögel nicht mehr.
»Ach, es kommt, wie es kommt, und es ist, wie es ist,
und du alter Strohmann gehörst auf den Mist« –
und er setzte den Haufen in Brand.
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