bookmark_borderSylvia

O Sylvia, als niemand sie sah,
in Männerhosen, so stand sie da,
mit der Pistole in ihrer Hand.
Nach ihrem Liebsten, nach ihrem Liebsten
ritt sie übers Land.

Als sie den Schatz traf auf seinem Pferd,
da hat sie ihm die Straße versperrt.
»Geld oder Leben!« so rief sie laut.
Und er erkannt nicht, und er erkannt nicht
seine eigne Braut.

Er gab ihr zitternd Uhr, Geld und Gold,
doch hat sie mehr, viel mehr noch gewollt.
»Ich hab da so einen Ring gesehn:
Gib mir den Ring her, gib mir den Ring her
und ich laß dich gehn.«

»Den Ring gab mir die Herzliebste mein –
lieber als sie ließ mein Leben ich sein.
Schieß mich nur nieder, du böser Schuft,
und du wirst hängen, und du wirst hängen
hoch in der Luft.«

Am anderen Morgen im Sonnenschein warm
gingen die beiden spaziern Arm in Arm.
An ihrem Rock sah er seine Uhr,
und er errötet, und er errötet,
doch sie lachte nur.

»Was wirst du rot, mein herzliebster Schatz?
Ist denn dein Ring nicht an seinem Platz?
Ich war es, die dir deine Sachen stahl.
Nimm sie nur wieder, nimm sie nur wieder,
sie sind mir egal.

Ich tat es nur, daß ich sicher sein kann:
Bist du ein Feigling oder ein Mann?
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bookmark_borderDer nackte Straßenräuber

Ich ritt hinaus am Sommertag mit Lust auf reiche Beute,
und lauerte auf eine Kutsche voller feiner Leute.
Mein Degen glänzte silbrig hell, ich konnte mich drin sehen.
Und wartend saß ich dort am Fluß, da wo die Bäume stehen.

Ich hörte ihre Schritte nicht, da stand sie auch schon vor mir,
und ihre Stimme, warm und lieblich, klang so süß ins Ohr mir:
»Herr, wenn Ihr mir helfen wollt? Das Wasser wird bald steigen.
Könnt Ihr mir den sichren Weg zum andern Ufer zeigen?«

Hört mir zu, ihr Leute, hat man je erschaut
einen armen Straßenräuber, nackt bis auf die Haut?

Sofort trug ich sie durch die Flut (ein Ritter, ein galanter).
Ihr Vater war ein Kaufmann, und dazu noch ein bekannter.
Doch fiel auch ich nicht auf den Mund (ich bin ein ziemlich Schlauer)
Und sagte ihr, mein Vater sei ein wirklich reicher Bauer.

»Deine seidenweichen Hände rührten nie ’nen Pflug an,
und zum Kühemelken ist ein Degen nicht sehr klug, Mann.«
In ihren Augen lag der Schalk, sie glänzten vor Verlangen,
da fiel ich ihr um ihren Hals und schon war ich gefangen.

Hört mir zu, ihr Leute, hat man je erschaut
einen armen Straßenräuber, nackt bis auf die Haut?
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bookmark_borderDavy Dhû

Am Abend kam der Graf nach Haus,
rief: »Tochter, hör mir zu!«
Als sie nicht kam, fand er heraus:
Sie ging mit Davy Dhû.
»O sattelt mir mein schnellstes Roß,
bringt mir mein Schwert im Nu!
Ich reite fort, ich reite los,
und finde Davy Dhû!«

Nacht und Tag lang ritt der Graf,
bis daß der Abend graute
und bis er seine Tochter traf,
die gerad ein Lager baute.
Der Graf saß steif dort wie ein Brett
und glaubt nicht, was er schaute:
Sein Mädchen legte sich zu Bett
im kargen Heidekraute.

»Tochter, Tochter, komm mit mir,
daheim sind weich die Kissen!
Den Schmuck aus Gold und aus Saphir,
den wirst du schnell vermissen.
Der schwarze Davy ist ein Tier,
verdreckt und abgerissen.
Er hat kein Herz, und glaub es mir,
er hat auch kein Gewissen.«

»Was bringt mir mein Edelstein?
Was bringt mein Bett aus Seide?
Was bringen Gold und Geld allein,
wenn ich im Herzen leide?
Mein Davy ist ein feiner Mann,
mehr wert, als dein Geschmeide.
Ich bin so froh, wie man nur kann,
und schlafe auf der Heide.«

»Hier, nimm meinen goldnen Ring,
hier, nimm meine Krone.
Hier, nimm jedes dumme Ding,
ich lebe lieber ohne.
Wie du bettelst läßt mich kalt,
ich trotze nicht aus Hohne.
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bookmark_borderThe Man They Couldn’t Chop

It was a bright and pleasant day, the sun it shone so free.
The folks went up to Scaffold Hill, some killing for to see.
Watch the axe chop the neck
of bonny young Jack
for a highwayman was he:
Mark the day!

Now Jack, he was a charming lad, a twinkle in his eye.
Of all the ladies gathered round was none who did not cry.
But no mercy he’d find,
for Justice is blind
and highwaymen must die:
Crime won’t pay!

Up marched the judge, clad all in black, the High Lord of the land,
behind him came the hangman grim, the axe held in his hand
in an unsteady way
for he had the past day
been carousing with a friend.

Mark the day!
Crime won’t pay!
Every man must pay his toll,
there’s one head that will not roll.
Every man must pay his toll,
but one head won’t roll.

Up to the scaffold Jacky went, and there he placed his head.
He gave a last forsaken smile, for soon he would be dead.
Then the axe it went Chack!
All cried: »Aim for the neck!«
but it hit the ground instead:
Mark the day!

Jack heard his heart beat like a drum and found he couldn’t fly,
he prayed that Death might spare his live, he heard some ladies cry.
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bookmark_borderDick Turpin’s Secret

Dick Turpin, Dick Turpin, what ridest thou so fast?
By one set of horseshoes, for one day they’ll last
To take me to London from York in a night
And back the same day – with the wind I do ride.

I see a black-clad highwayman a-speeding down the hill
He’s looking for the London coach, he’s waiting for a kill
And though he shows his face, he’s seen in York the other day,
And though they know he did it, with his crime he’ll get away.

His name it is Dick Turpin and his horse, she’s called Black Bess
He is the vilest highwayman to give the world distress.
And none knows how he did it save one man who will not tell:
He’s the man who forged the horseshoes to make Bess go swift as hell.

O blacksmith, o blacksmith, why namest thou thy price?
I’ve paid for your work, and I will not pay twice.
O you’ve paid for the iron as you’ll pay for your crime
But now you must pay me for stealing some time

I see a black-clad highwayman a-speeding through the night
He’s left a few survivors who will now live on in fright
He is a laughing villain, poor men’s hero he will be
But his laughter hides a secret that no man is bound to see.
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bookmark_borderDas Feeräuberlied

Faß mir nicht meine Schmetterlingsflügelchen an,
Sonst durchlöcher ich dich wie ein Sieb!
Ja, ich bin eine Fee,
trotzdem tu ich dir weh –
Glaub nicht, alle die klein sind, sind lieb.
Sieht mein Degen auch mehr wie ein Zahnstocher aus,
Führ ich ihn doch mit großem Geschick:
Zieh die Börse hervor
sonst pieks ich dich ins Ohr
Und dann fällst du und brichst dein Genick

Ach, und niemand sagt, ich bin so böse,
Ach, und jeder sagt, ich bin so süß –
Doch ich kriege alles hin,
weil ich ein Räuber bin:
Zwölf Zentimeter, und fies!

Denk nicht »Was? Eine Fee? Die macht mir doch nichts aus!
Sie ist klein und zum Tragen zu schlapp!«
Doch ich flieg in dein Haus,
rein und wieder hinaus,
bis ich alles Gold, jeden Ring hab.
Und bin ich auch die Schönste, die jemals du sahst
– schwarzes Blütenblatt steht mir so fein! –
bin ich nicht wie die Schwestern,
bin nicht Fee von gestern,
und schneid ohne Zögern dich klein.

Ach, und niemand sagt, ich bin so böse,
Ach, und jeder sagt, ich bin so süß –
Doch ich kriege alles hin,
weil ich ein Räuber bin:
Zwölf Zentimeter, und fies!

Lach jetzt nicht und denk »Wie?Weiterlesen

bookmark_borderDaffodil the Highway Fairy

Don’t you stare at my shimmering butterfly wings,
Don’t dare touching my bright yellow hair.
Yes my name’s Daffodil,
but don’t think I won’t kill
you – don’t think that a fairy plays fair.
Though my rapier looks like a toothpick to you,
I can use it with excellent skill:
Pass that ring you hold dear
or I’ll prick through your ear,
And if you won’t drop dead, you’ll fall ill.

Aye and never they say I’m so evil
Aye and ever they say I’m so cute.
But I’ll show them what I can
I’m a wild highwayman:
I am a seven-inch-brute.

Don’t you think »Pray what danger’s a fairy to me?
She’s so tiny, can’t carry a thing!«
But I’ll walk through your door
and I’ll come back for more
’till I’ve got every coin, every ring.
Though my face is the cutest that ever you’ve seen
and black petals do suit me just great,
I am worse than you think
and I kill with a wink:
Close your eyes, or look up, face your fate.

Aye and never they say I’m so evil
Aye and ever they say I’m so cute.
But I’ll show them what I can
I’m a wild highwayman:
I am a seven-inch-brute.
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