bookmark_borderEin Mädchen, sehr verliebt

Ich bin ein Mädchen, sehr verliebt, doch weine ich gar sehr.
Denn der Mann, dem mein Herz gehört, er fuhr weit übers Meer.
Und wenn er nicht mehr wieder kommt, dann wird das Herz mir schwer.
Dann nehm ich mir ein schnelles Schiff und fahre hinterher.

Dann schneid ich mir mein blondes Haar und kleid mich wie ein Mann.
Ich geh zu einem Kapitän und heure bei ihm an.
Ich zeige all den Seeleuten, was eine Maid so kann:
Ich fahre weit weit über’s Meer und suche meinen Mann.

Doch kaum warn wir auf hoher See, nach gar nicht langer Zeit,
da sprach der Kapitän zu mir: »Ach, wärst du eine Maid!
Dein Mund ist rot, dein Auge strahlt, dir fehlt nur noch ein Kleid.
Ich wünscht bei allem auf der Welt, du wärst für mich bereit.«

»O Käptn, hütet Euren Mund, solch Rede ziemt Euch nicht.
Die Männer trieben manchen Spaß, käm dieses Wort ans Licht.
Das, was Ihr da von mir verlangt, treibt Blut mir ins Gesicht.
Im nächsten Hafen sitzt ein Weib, das hält, was es verspricht.«

Es war zwei Wochen später, da gingen wir an Land.
»Leb wohl, leb wohl, mein Kapitän, du hast mich nicht erkannt.
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bookmark_borderDie Maid im Tollhaus

Ich hört, als ich spazierte and einem Sommertag
wie eine Maid im Tollhaus laut anstimmt ihre Klag:
Sie riß an ihren Ketten und sie schrie so jämmerlich:
»Ich lieb mein Lieb, allweil ich weiß: Mein Liebster liebet mich.«

»O meine schlimmen Eltern, sie waren so gemein:
Sie zwangen ihn zur See hinaus, das sollt das Ende sein.
Doch wein ich auch um meinen Schatz, an eines glaube ich:
Ich lieb mein Lieb, allweil ich weiß: Mein Liebster liebet mich.«

»Ach, wär ich eine Schwalbe, ich schwänge mich empor,
und sucht ich meinen Liebsten, und käm er nicht hervor,
ich suchte ihn als Fisch zur See in Tiefen fürchterlich:
Ich lieb mein Lieb, allweil ich weiß: Mein Liebster liebet mich.«

Aus Stroh flecht ich ein Krönchen und schmücke es gar fein.
Ich flechte blau Vergißmeinnicht und Thymian mit ein.
Das heb ich auf für meinen Schatz, der läßt mich nicht im Stich:
Ich lieb mein Lieb, allweil ich weiß: Mein Liebster liebet mich.«

Doch gerad als sie so weinte, da ging ihr Schatz an Land.
Er hört, sie ist im Tollhaus, da ist er schnell gerannt,
und als durch das Portal er trat, da weint sie bitterlich:
»Ich lieb mein Lieb, allweil ich weiß: Mein Liebster liebet mich.«
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bookmark_borderDer nackte Straßenräuber

Ich ritt hinaus am Sommertag mit Lust auf reiche Beute,
und lauerte auf eine Kutsche voller feiner Leute.
Mein Degen glänzte silbrig hell, ich konnte mich drin sehen.
Und wartend saß ich dort am Fluß, da wo die Bäume stehen.

Ich hörte ihre Schritte nicht, da stand sie auch schon vor mir,
und ihre Stimme, warm und lieblich, klang so süß ins Ohr mir:
»Herr, wenn Ihr mir helfen wollt? Das Wasser wird bald steigen.
Könnt Ihr mir den sichren Weg zum andern Ufer zeigen?«

Hört mir zu, ihr Leute, hat man je erschaut
einen armen Straßenräuber, nackt bis auf die Haut?

Sofort trug ich sie durch die Flut (ein Ritter, ein galanter).
Ihr Vater war ein Kaufmann, und dazu noch ein bekannter.
Doch fiel auch ich nicht auf den Mund (ich bin ein ziemlich Schlauer)
Und sagte ihr, mein Vater sei ein wirklich reicher Bauer.

»Deine seidenweichen Hände rührten nie ’nen Pflug an,
und zum Kühemelken ist ein Degen nicht sehr klug, Mann.«
In ihren Augen lag der Schalk, sie glänzten vor Verlangen,
da fiel ich ihr um ihren Hals und schon war ich gefangen.

Hört mir zu, ihr Leute, hat man je erschaut
einen armen Straßenräuber, nackt bis auf die Haut?
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bookmark_borderDavy Dhû

Am Abend kam der Graf nach Haus,
rief: »Tochter, hör mir zu!«
Als sie nicht kam, fand er heraus:
Sie ging mit Davy Dhû.
»O sattelt mir mein schnellstes Roß,
bringt mir mein Schwert im Nu!
Ich reite fort, ich reite los,
und finde Davy Dhû!«

Nacht und Tag lang ritt der Graf,
bis daß der Abend graute
und bis er seine Tochter traf,
die gerad ein Lager baute.
Der Graf saß steif dort wie ein Brett
und glaubt nicht, was er schaute:
Sein Mädchen legte sich zu Bett
im kargen Heidekraute.

»Tochter, Tochter, komm mit mir,
daheim sind weich die Kissen!
Den Schmuck aus Gold und aus Saphir,
den wirst du schnell vermissen.
Der schwarze Davy ist ein Tier,
verdreckt und abgerissen.
Er hat kein Herz, und glaub es mir,
er hat auch kein Gewissen.«

»Was bringt mir mein Edelstein?
Was bringt mein Bett aus Seide?
Was bringen Gold und Geld allein,
wenn ich im Herzen leide?
Mein Davy ist ein feiner Mann,
mehr wert, als dein Geschmeide.
Ich bin so froh, wie man nur kann,
und schlafe auf der Heide.«

»Hier, nimm meinen goldnen Ring,
hier, nimm meine Krone.
Hier, nimm jedes dumme Ding,
ich lebe lieber ohne.
Wie du bettelst läßt mich kalt,
ich trotze nicht aus Hohne.
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bookmark_borderCompanions in Battle

We were friends before there was darkness.
We were companions before there was light.
But now that the times have grown peaceful,
You do not know me, and stray from my side.

We lived protected, and yet we were restless.
Then within chaos, we lost our last hold.
We grew skills in fighting and killing –
Our blood was boiling, our hearts remained cold.

We were each the other one’s shadow.
We learnt to bear victory’s crown.
For us, we discovered a haven.
Now suddenly, I’m on my own.

Side by side, we were standing together.
I knew you even better than me.
Every one of my dreams I could tell you.
But the woman you never would see.

In blood, we were faithful companions.
Through pain and killing we never would part.
We were friends in each situation.
Yet now in peace, you are breaking my heart.

We’ve survived through the era of darkness.
We’ve arrived in the era of light.
I believed that for us there was a future,
But you’re gone, and I’m left to the void.

The song with chords as a PDF
The song in Chordpro format

English lyrics and tune © 2001 by Thesilée
Translation of the poem »Kampfgefährten« by Chris J.
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bookmark_borderBella Donna

Holde, der Wind weht vom Bergland herüber
bedeckt alle Lande mit Eis.
Doch stillt nicht die Kälte das Feuer tief in mir
Mein Herzschlag geht heißer als heiß.

Arm bin ich, und man sagt, nicht ganz bei Sinnen,
Geboren aus Erde und Stein
Ich leb für dein Lächeln, ersehn deine Küsse,
Sag, wann bist du endlich auch mein?

Holde, ich kann dich nicht reichlich beschenken,
Silber und Gold hab ich nicht,
Kein spanisches Schloß, keine vollblütgen Pferde,
Kein Kornfeld, so golden im Licht.

Arm bin ich, und man sagt, nicht ganz bei Sinnen,
Geboren aus Feuer und Erz
Doch all was ich habe soll dir ganz gehören,
die Freude, das Glück und der Schmerz.

Holde, ich bin nicht ein Held großer Schlachten,
der rettet und trägt dich hinfort.
Ich bin nicht Gebieter von tausend Soldaten
die ziehn in der Frühe gen Nord.

Arm bin ich, und man sagt, nicht ganz bei Sinnen,
Geboren aus Nebel und Meer
Komm zu mir sanft, ach, und komm zu mir lieblich,
komm nur, ach komm zu mir her.

Holde, ich könnte dich ewig betrachten,
jede Regung von Hand, Mund und Haar
Ich seh’, wie die Sonne dich küßt und dir schmeichelt,
im Mondlicht zerreißt es mir gar.
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bookmark_borderMy Lovely Swan

I’ll stay forever by my love
so proudly she does glide,
her feathers white as any dove
and I’ll stay by her side,
yes I’ll stay by her side.

I met her in the month of may
the lake so bright did shine
and she was fair as any fay
I knew that she was mine:
I’m hers, and she is mine.

And though she never speaks my name
and never casts a glance
I’ll feed my love’s eternal flame
till I may see my chance.
One day I’ll see my chance.

O what can stop a loving heart
if love itself is true?
The winter winds will make us part
but I will wait for you
yes I will wait for you.

In the summer of 2006, a black swan appeared on Lake Aasee in Münster and fell madly in love with a swan-shaped pedal boat.
This song is dedicated to her and to all other unconditional lovers.

The song with chords as a PDF
The song in Chordpro format

Lyrics and tune © 2006 by ThesiléeWeiterlesen

bookmark_borderCourted by a Blackbird

I was courted by a blackbird, one evening in the spring.
When I was tuning my guitar, the bird would start to sing.
And as my song was flying, even higher flew the bird’s,
and I knew it was a love song that did not need any words …

The others started laughing, saying: »The bird is after you!«
We looked up into the trees, but no blackbird was in view.
And still as I was singing, the bird would sing along,
and when I stopped my singing, the bird would stop his song.

But then the night grew darker, my chords no more I’d see,
and I went on and sang by heart, so blackbird, sing for me!
And everyone was singing, thousand voices joined my tune,
And when we found the bird was gone, we sang to please the moon.

I was courted by a blackbird, one evening in the spring.
When I was tuning my guitar, the bird would start to sing.
And as my song was flying, even higher flew the bird’s,
and I knew it was a love song that did not need any words…

A lullaby, dedicated to Katy.
– remembering the campfire, the songs and the bird –
It was just like this, and I wrote a song about it, finished in no more than ten minutes.
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bookmark_borderThe Bride of Thoria

One morning in autumn as I wandered by,
I heard a fair maiden so sadly did cry:
»My heart it is broken, I’m dead and undone,
my true love, my true love forever is gone.«

I stepped up to her and I said: »Come and see,
he will surely come back and his bride you will be.«
She whispered: »No«, and her face was all sore,
»He was in the land that the fog did devour.«

Just then as she spoke it a young man passed by,
so pale was his face and so empty his eye.
His mind was all trapped in a faraway land.
»He once was my true love, now you’ll understand.«

»I’ll go to the place where the fog will not fade,
I’ll go to the place where all life turns to shade,
I’ll go to the place full of darkness and woe,
and there I’ll remain nevermore for to go.«

 

A song written for my novel »Durch die Nebelpforte« (»Beyond the Fog Gate»): Through the carelessness of its prince, the land of Thoria has fallen to the Dark Ones. The inhabitants are allowed to return – but at what cost?

The German version of this song is »Die Braut von Thoria«

The song with chords as a PDF
The song in Chordpro format

English lyrics © 1999 and tune © 1997 by ThesiléeWeiterlesen

bookmark_borderSchattenreiter

Mein Liebster, er hat mich verlassen
und ist an meiner Seite doch stets als mein Mann.
Der er nun ist, den kann ich nicht hassen,
Weil man das, was nicht lebt, hassen, lieben nicht kann.
Schwarzer Bann hält die Seele gefangen,
hält die Seele gefangen in schimmerndem Stein.
Ach, wär ich doch nur mit ihm gegangen!
Als er ging, doch ich ging nicht, nun bin ich allein.

Und er reitet all Nacht mit den Schatten
und dann singt er sein Lied mit dem Wind, wenn er singt
von den Träumen, die wir damals hatten –
ganz allein mit der Nacht, von Schatten umringt.

Ich gehe den Zauber zu brechen
mit dem Stein in der Hand, der mein Liebster einst war.
Ich will mit dem Zauberer sprechen
der den Mann mir verwandelt vor Tag und vor Jahr.
Ach, ich weiß, er hat selbst so entschieden:
Aus der Angst vor dem Tod, aus der Angst vor der Zeit –
zwar hat er so das Sterben vermieden.
doch er kannt nicht den Preis, und er kennt nicht mein Leid.

Und er reitet all Nacht mit den Schatten
und dann singt er sein Lied mit dem Wind, wenn er singt
von den Träumen, die wir damals hatten –
ganz allein mit der Nacht, von Schatten umringt.
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